Castanea sativa
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Kurz und knapp |
Vorteile:
+ sparsam in den Wasser- und Nährstoffansprüchen
+ gut geeignet für trockene Standorte
+ schmackhafte Maronen ab etwa 25 Jahren
+ beständiges und dekoratives Holz der Eiche ähnlich
Nachteile:
- verträgt als wärmeliebender Baum nur bedingt Winterkälte
- sehr schadanfällig auf zu feuchten Böden
Edelkastanie - Steckbrief |
Aussehen (Habitus) |
Breit ausladende, hoch gewölbte Krone, tief längsrissige Borke |
Höhe | 15 – 33 m |
Durchmesser (BHD) | 0,6 – 1,2 m |
Wuchstempo |
Mäßig - hoch (in der Jugend raschwüchsig) |
Wurzelsystem | Pfahlwurzler |
Lebenserwartung | 500 – 600 Jahre |
Hiebreife | 60 – 120 Jahre |
Verbreitung | Heimisch (Mittel- bis Südeuropa) |
Boden | Tiefgründig, locker, leicht sauer, auch vulkanische Standorte |
pH-Wert | 4,5 - 6 |
Nährstoffbedarf | Niedrig - mäßig |
Wasserbedarf | Gering - mäßig |
Lichtbedarf | Lichtbaumart (in der Jugend auch Halbschatten) |
Jahrestemperatur (Ø) | 8 – 15 °C |
Trockenheitstoleranz | Hoch |
Staunässetoleranz | Sehr niedrig |
Frosthärte | Mäßig (spätfrostgefährdet) |
Pflanztermin | Herbst |
Pflanzabstand | 2 x 2 m; 3 x 3 m |
Verbiss |
hoch |
Konkurrenzkraft |
hoch |
Aussehen | Weißlich gelber Splint, oft mit dunkelbraunen, fein gestreiftem Kern |
Rohdichte | 540 – 660 kg/m3 |
Besonderheit |
Witterungsbeständig und sehr dekorativ |
Verwendung |
Bauholz (Erdkontakt möglich), Rebpfähle, Fässer, Möbel, Innenausbau, Parkett, Furnierholz |
Form | Länglich lanzettlich, grob gezähnt |
Größe | 12 – 25 cm lang |
Herbstfärbung |
Goldgelb - orange |
Laub |
sommergrün |
Form | Perlschnurartig angeordnet |
Farbe | Gelblich-weiß (♂), weiß (♀) |
Größe |
10 - 20 cm lang |
Blütezeit |
Ende Mai – Mitte Juli |
Form | Stacheliger Fruchtbecher mit Nussfrucht (Marone) |
Farbe | Fruchtbecher grün – bräunlich, Marone schokobraun |
Größe | Nuss 1 – 5 cm breit |
Reife | September - Oktober |
Essbar | ja |
Das Ursprungsgebiet der Edel- bzw. Esskastanie oder Marone lässt sich heute nur noch ungefähr ermitteln, da die Römer sie großflächig vorwiegend als Nahrungslieferant in Europa verbreitet haben. Das natürliche Verbreitungsgebiet wird in Kleinasien und im östlichen Mittelmeerraum vermutet, wo sie bis auf eine Höhe von 1.500 – 1.800 m ü. NN wächst. Heute wächst sie in den wärmebegünstigten Lagen Mitteleuropas bis östlich zum Kaukasus und westlich zu den Pyrenäen. In Frankreich und Italien ist sie eine wichtige Wirtschaftsbaumart und wird dort besonders für die Herstellung von Rebpfählen für den Weinbau traditionell genutzt. Durch die langjährige Nutzung existieren neben der natürlich vorkommenden Art mehrere genetische Differenzierung, wovon sich die domestizierten Variationen sowohl zur Maronen- als auch zur Holzproduktion eignen.
In Deutschland kommt C. sativa nur punktuell in wärmebegünstigten Lagen vor. Diese befinden sich besonders in der Rheinebene, im Moselgebiet, im Odenwald und im Taunus. Die forstliche Bedeutung der Edelkastanie spielt momentan nur eine untergeordnete Rolle und wird von vielen (fälschlicherweise) „nur“ als Kulturbaum angesehen.
Der Baum wird im Durchschnitt 15 – 33 m hoch, bei einem maximalen Alter von 500 – 600 Jahren.
Der Edelkastanie wird mehr und mehr ein hohes Potenzial im Klimawandel zugesprochen, da sie mit Trockenheit gut zurecht kommt und ein sehr rasches Jugendwachstum vorweisen kann. Ihre Etablierung als Wirtschaftsbaumart zeigt in den letzten Jahren eine immer weiter ansteigende Tendenz. Als noch größer könnte sich ihr ökologisches Potenzial erweisen. Im Rahmen eines Projektes zur Analyse der Eignung der Edelkastanie als Biotop wurden zahlreiche Moose, Flechten, Pilze und über 1.000 Insektenarten in Kastanienbeständen dokumentiert. Durch die Befunde ließ sich feststellen, dass struktur- und totholzreiche Edelkastanienbestände eine ähnliche faunistische und naturschutzfachliche Bedeutung erlangen können wie alte Eichenbestände. Zusätzlich bieten die Früchte wertvolle und proteinreiche Nahrung für zahlreiche Säugetiere, die Blattstreu ist leicht zersetzbar und die Blüten eine attraktive Nektarquelle für Bienen und andere Insekten.
Kaum eine andere Baumart bietet so eine Vielseitigkeit wie die Esskastanie. Durch ihre Vielseitigkeit in ihrer Nutzung und durch ihre besonderen Holzeigenschaften wird sie gerade im Zuge des Klimawandels deutlich an Bedeutung gewinnen.
C. sativa hat mit 600 – 1600 mm/Jahr eine sehr breite Amplitude des Wasserbedarfs und kann daher auch auf trockeneren Böden gut wachsen. Bevorzugt werden saure Böden mit hohem Kalium- und Phosphorgehalt. Letzterer ist zwar entscheidend für beste Wuchsleistungen, sie gedeiht aber auch auf nährstoffärmeren Böden wie z. B. auf vulkanischen Standorten. Ihr Wuchsoptimum erreicht sie auf tiefgründigen, lockeren, frischen Böden. Nicht überlebensfähig ist sie auf schweren, stark stau- und grundwasserbeeinflussten Böden.
Neben einer guten Nährstoffversorgung benötigt die thermophile Baumart vorzugsweise Jahresmitteltemperaturen zwischen 8 und 15 °C bei einer ausreichend hohen Lichtversorgung. Im Jugendstadium kommt sie auch gut im Halbschatten zurecht, benötigt aber dann eine frühzeitige Freistellung der Krone.
Neben Spätfrost und Schneebruch sind zwei bedeutende biotische Schadrisiken bekannt.
Der wichtigste Schädling ist der Schlauchpilz Cryphonectria parasitica, welcher den äußerst aggressiven Edelkastanienrindenkrebs auslöst. Im Holz wird dadurch das Kambium zerstört, was letztendlich zum Absterben von Stammabschnitten und des ganzen Baumes führen kann. Der Baum reagiert meist mit der Bildung von Wasserreisern unterhalb der Befallstelle. Oberhalb dieser vertrocknet er. Die Behandlung erkrankter Bäume mittels eines Hipovirus waren erfolgreich. Bestimmte Edelkastanien-Hybride zeigten bereits eine gewissen Resistenz gegen den Krebs.
Neben dem Edelkastanienrindenkrebs ist die Edelkastanien-Gallwespe (Dryocosmus kuriphilus) der zweitwichtigste wirtschaftliche Schädling. Ursprünglich aus Asien eingeschleppt, hat sich dieses Insekt auf Castanea spp. spezialisiert. Ein starker Befall kann zu reduzierter Triebbildung und zum Kümmern der Bäume führen.
Des Weiteren ist C. sativa auf sehr feuchten, staunassen oder sehr sauren Böden unter Einwirkung von Vorschäden (z. B. Frost oder Rindenverletzungen) anfällig für die Ringschäle und die Tintenkrankheit (Phytophtora spp.), welche das Holz entwerten.
Da eine Aussaat von Kastanien immer mit Maßnahmen zum Fraßschutz (besonders vor Schwarzwild) verknüpft sind, werden die meisten Bestände nicht durch Saat, sondern mit der Pflanzung von Sämlingen im Weitverband (2 x 2 m oder 3 x 3 m) begründet. Die Besonderheit bei der Edelkastanie ist ihre Bewirtschaftung im Niederwaldbetrieb, welche aufgrund ihres sehr hohem Stockausschlagsvermögen besonders in Italien traditionell praktiziert wird. In Deutschland ist der Niederwaldbetrieb sehr selten geworden, weniger als 1 % der Waldfläche werden als Niederwald bewirtschaftet. Waldbauliche Erfahrungen kommen hierzulande aus Süddeutschland, Frankreich oder der Schweiz. Hier zeigten sich die besten Wuchsleistungen im Reinbestand.
Die Nutzungskonzepte richten sich in den ersten Jahren nach einer frühen Zuwachskulmination und einem zeitigen Kronenausbau, um die Risiken für einen Befall der typischen Schädlinge (Rindenkrebs, Ringschäle, Gallwespe, Tintenkrankheit) zu verringern. Die Auswahl der Z-Bäume erfolgt deshalb schon relativ früh im Bestandesalter zwischen 10 und 13 Jahren. Dabei werden, je nach Zieldurchmesser (für Wertholz 50 – 60 cm), 60 – 80 Z-Bäume pro ha ausgezeichnet, konsequent freigestellt und geastet. Ein regelmäßiges Eingreifen ist auch in den Folgejahren immer wieder notwendig, da sich die Bestände schnell wieder schließen und der Ringschäle so vorgebeugt wird.
Für Mischbestände kommen Kiefer (Pinus sylvestris), Eiche (Quercus spp.), Robinie (Robinia pseudoacacia) oder Weißtanne (Abies alba) infrage. Dabei werden die Mischbaumarten im Niederwaldbetrieb typischerweise als Überhälter stehen gelassen. Hierbei sollte aber immer auf eine ausreichende Lichtversorgung der Edelkastanie geachtet werden.
Das mittelschwere Holz bildet regelmäßig einen dunkelbraunen Farbkern aus und ähnelt optisch, bis auf die weniger breiten Holzstrahlen, dem Holz der Eiche. Es gilt als dauerhaft gegenüber holzzerstörenden Schadorganismen und sehr witterungsbeständig, da das Holz unter anderem einen sehr hohen Gerbsäure- und Tanninanteil hat. So wird es im Außenbau teilweise als Konstruktionsholz mit Erdkontakt eingesetzt. Der Verwendungsbereich ist sehr breit gefächert. Traditionell wird als Holz für Rebpfähle und Fässer genutzt und ist zudem ein begehrtes, aber noch unterschätztes Ausstattungsholz für Möbel, Verkleidungen, Parkett oder Treppen. Es dient auch zur Herstellung von dekorativen Furnieren und Zellstoff.
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